Unser Kiez verändert sich.
Immer mehr Häuser werden verkauft. Die Mieten steigen. Immer mehr Menschen müssen ihre Wohnungen und ihre Nachbarschaft verlassen. Sie haben Angst.
Auch unser Haus ist davon betroffen. Viele von uns leben schon seit über 40 Jahren in der Hertzbergstraße 28. Eine Person sogar seit Geburt. Hier sind unsere Nachbar:innen, unsere Freund:innen, unsere Arbeitsttätten und unser Alltag.
Unser Haus wurde über lange Zeit nicht ausreichend instand gehalten. Viele notwendige Reparaturen und Sanierungen sind ausgeblieben. Dadurch verschlechtert sich der Zustand des Hauses immer weiter.
Besonders erschreckend war, was direkt nach dem Verkauf geschah. Schon innerhalb weniger Wochen erhielten viele Bewohner:innen Mieterhöhungen und Kündigungen. Einige Menschen sollten sogar innerhalb einer Woche ihre Wohnung verlassen. Der Grund: Aus formalen Fehlern bei Mietminderungen, die viele Jahre zurückliegen, sollen plötzlich wenige Euro angeblicher „Mietschulden“ entstanden sein. Die Betroffenen wussten davon nichts, weil sie nie eine Benachrichtigung oder Mahnung erhalten hatten.
Wir finden: Wohnen ist ein Grundbedürfnis und keine Ware.
Deshalb kämpfen wir für den Erhalt unseres Hauses und gegen die Verdrängung von Menschen aus unserem Kiez. Menschen mit unterschiedlichen Einkommen sollen auch künftig hier leben können. Wir wollen eine Nachbarschaft, in der Menschen wichtiger sind als Profit.